Staatssekretär: Ehrenamt braucht eine Anerkennungskultur – Salzweger Trachtler mit Ehrenamtspreis der CSU ausgezeichnet – Bernd Sibler als Ehrengast

Straßkirchen  Eine neue Form der Anerkennung ehrenamtlichen Wirkens führte der CSU Ortsverband Salzweg-Straßkirchen ein. Im Rahmen einer Feierstunde will man auch zukünftig das Ehrenamt in das Blickfeld rücken. Dotiert mit 250 Euro und einem schmucken Salzfass aus Holz soll die Arbeit dieser so wichtigen Menschen nicht nur gelobt, sondern mit einer Ehrung aus dem Alltag herausgehoben werden. Erster Preisträger wurde der Heimat- und Volkstrachtenverein Salzweg für seine Bewahrung von Tradition, Kultur und Heimatverbundenheit, aber insbesondere für seine exzellente Jugendarbeit.

CSU Ortschef und Bezirksrat Josef Heisl jun. konnte im voll besetzten Gemeindesaal eine Vielzahl besonderer Gäste begrüßen, an der Spitze Kulturstaatssekretär Bernd Sibler, Vizelandrat Raimund Kneidinger, Altbürgermeister Horst Wipplinger, JU Ortschef Matthias Bredemeier, Franz Stocker von der Senioren Union und für die Goldhaubenfrauen Edeltraud Knon. „In unserer Gemeinde bereichern über 50 Vereine und Verbände mit unzähligen ehrenamtlich Tätigen das Ortsleben“, bilanzierte der Bezirks- und Gemeinderat.

Heute habe man sich davon einen ganz besonderen Verein eingeladen, dessen ehrenamtliches Engagement seiner Mitglieder man würdigen und der Öffentlichkeit vorstellen wolle. Es handle sich um den Heimat- und Volkstrachtenverein Salzweg. Dessen anwesende Führung und die vielen jungen Aktiven begrüßte Josef Heisl ganz besonders herzlich. Die Würdigung übernahm später Laudator und aktiver Trachtler Maxi Brandl auf humorvolle Art und weitgehend in Mundart.

„Es ist wichtig, dass wir wissen, wo wir her kommen und wo wir hin wollen“, meinte Staatssekretär Bernd Sibler und fügte an, „stellen sie sich das Leben ohne Ehrenamtliche einmal vor“. Die ehrenamtliche Tätigkeit sei wohl nirgends so ausgeprägt wie in Bayern, die Quote bleibe schon über Jahre konstant hoch. Mit einem Augenzwinkern sagte er an die Adresse der Salzweger Trachtler, es sei natürlich gut, wenn man schon im Kindergarten seine Aktivisten habe, die dadurch früh die Kinder gewinnen könnten. Gemeint war Kindergärtnerin Michaela Greiner, die Jugendleiterin des Trachtenvereins.

Sibler warb für eine Stärkung der dauerhaften Infrastruktur für Ehrenamtliche, für eine Stärkung der Freiwilligenstrukturen und stellte eine notwendige Anerkennungskultur heraus, mit der das Wirken der Ehrenamtlichen der Öffentlichkeit präsentiert werde, was mit dieser Veranstaltung heute geschehe, für die er dem CSU Ortsverband herzlich danke. Der Staatssekretär freute sich über die Wahl eines Trachtenvereins, weil diese Arbeit von seinem Ministerium unterstützt werde und sehr wichtig für die kulturelle Identität unseres Landes sei. Das Tun der Trachtenvereine fördere bayerisches Kulturgut und eine entsprechend positive Geisteshaltung. Mit dem Preis, einem nachempfundenen Salzfass, habe der CSU Ortsverband auch eine Verbindung zur Geschichte der Gemeinde hergestellt.

„Des is wos neis“, stellte Maxi Brandl zu Beginn seiner Laudatio fest. Den Begriff Ehrenamt müsse man so weit fassen, dass jeder, der sich unentgeltlich einbringe davon erfasst werde. Mit den Vielen, die nur ihr Privatvergnügen im Auge haben, könne man nichts bewegen, da würde die Gesellschaft verarmen. Man brauche die, welche mehr tun als ihre Pflicht zu erfüllen. Diese Leistungen dürften aber nicht unter den Tisch fallen, der Gewinn gehöre öffentlich herausgestellt.

Nach dem die Idee geboren war, sei die Entscheidung schnell auf die Trachtler gefallen, einstimmig und ohne große Diskussion, berichtete Brandl. 280 Mitglieder zähle der Verein, davon rund 40 Kinder und Jugendliche. „Das was hier erhalten und gepflegt wird ist unsere Kultur“, rief Brandl engagiert in die Runde! Auch wenn eine politische Gruppierung in der Gemeinde der Ansicht sei, so etwas gehöre nicht in unsere Salzweger Kulturtage. Für diese Reminiszenz gab es viel Beifall. Der Laudator zählte die verschiedenen Erfolge des Vereins beim Preisplattln, beim Volkstanz, dem Goaßlschnalzen und dem Musizieren heraus. Man habe eine Stubnmusi, eine Tanzlmusi, die Soizweger Dirndl, die Kinder- und Jugendgruppen die alle die Musik- und Tanzkultur pflegen. Auch der weithin bekannte Soizweger Zwoagsang komme aus dem Verein. Es werde in der Stadlweihnacht und bei Krippenspielen auch Theater gespielt.

Diese und viele weitere Angebote fördern bei den jungen Leuten Gruppenzugehörigkeit, Teamfähigkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit zwischen Groß und Klein. Dafür zeichne eine große Zahl von Führungspersonen verantwortlich. So Vorstand Richard Schenk mit seinem Vize Markus Schenk, die Jugendleiterin Michaela Greiner, die Brandl besonders lobte, weil sie jährlich um die 230 Stunden aktive Jugendarbeit leiste, sowie Trachtenwartin Sophi Greiner. Sie alle würden zusammen mit den Mitgliedern eine große Familie bilden. „Da entstehen Freundschaften für’s Leben“, so Brandl, der auch auf das 90-jährige Vereinsjubiläum verwies, das vom 29. Juni bis zum 1. Juli 2018 mit einem großen Gautrachtenfest gefeiert werde.

Passend für Salzweg habe CSU Gemeinderat und Schreinermeister Alois Rosenauer ein Salzfass als Preis geschaffen, das Thomas Maier beschriftet habe. Dazu gebe es noch 250 Euro Preisgeld, gestiftet von einem ungenannten CSU Mitglied, das den Trachtlern emotional sehr nahe stehe. Anschließend überreichten der Staatssekretär, der Bezirksrat und CSU Ortsvorsitzende, der Vizelandrat und der Ladator gemeinsam den Preis an Richard und Markus Schenk, sowie an Michaela Greiner.

Richard Schenk bedankte sich für die Auszeichnung. Das Geld komme direkt der Trachtenjugend zu Gute. Die habe ihn gestern am Kriegerdenkmal  wieder beeindruckt, als alle auswendig beide Hymnen Bayerns und Deutschlands mitgesungen haben. Voller Stolz hatten die Kinder zur Ehrung auch einige Pokale mitgebracht, die sie bei Wettbewerben gewonnen haben. Ein Bayer sei weltweit gerne gesehen, meinte Schenk, besonders aber, wenn er eine Tracht trage. Das habe er bei seinen vielen Auslandsreisen erfahren können.

Wie es bei den Kinderproben im Trachtenheim zugeht, schilderte Michaela Greiner. „Jeden Dienstag ab 14 Uhr boomts im Trachtenheim“, so Greiner. Von den Kindern höre man immer wieder anerkennend, „mei is do schee“. Ab Januar werde auf das Gaufest hin gearbeitet. In seinem Schlusswort stellte Raimund Kneidinger fest, er freue sich immer, wenn er bei Veranstaltungen auswärts die Salzweger Trachtler antreffe. Das Prädikat „Passau, schönster Landkreis Bayerns“ verdanke man der Natur, vom Herrgott gegeben, aber auch der Kultur, wie sie von den Trachtenvereinen gelebt und bewahrt werde. Darauf gelte es immer wieder, wie heute, aufmerksam zu machen.

Zwischendurch und anschließend erfreuten die jungen Trachtler mit flotten Tänzen und krachenden Plattlern die Anwesenden. Am Kuchenbüffet gab es köstliche selbstgebackene Kuchen und Torten aus den Küchen der weiblichen CSU Mitglieder.

Bild: Bei der Preisverleihung, v.li. CSU Ortschef und Bezirksrat Josef Heisl jun., Staatssekretär Bernd Sibler, Vizelandrat Raimund Kneidinger, Markus Schenk, Michaela Greiner, Richard Schenk und Maxi Brandl. (Fotos Heisl)

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