Fischer gaben Einblick in ihre Fischzuchtanlagen – Züchter liefern einheimische Erzeugnisse von bester Qualität – Schädlinge bereiten Sorgen

Büchlberg  Schon die Jünger von Jesus Christus waren zu einem Großteil Fischer und schon in grauer Vorzeit ernährten sich die Menschen von der Jagd und der Fischerei, was zeigt, dass die Fischerei und die Fischzucht schon eine vieltausendjährige Geschichte haben. Jetzt haben zehn Fischzuchtbetriebe im Fischerzeugerring Niederbayern e.V. ihre Tore geöffnet und zum „Tag der offenen Fischzucht“ eingeladen. Ziel der Aktion war es, die breite Öffentlichkeit dazu anzuregen, die Fischzuchtbetriebe in Niederbayern und die hervorragende Qualität der heimischen Erzeugnisse näher kennenzulernen.

Im Landkreis Passau schlossen sich dieser Aktion, die der Fischerzeugerring in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Niederbayern durchführte, in Büchlberg die Teichgemeinschaft Eberhardsberg GbR und in Breitenberg die Fischzucht Fesl an. Bezirksrat Josef Heisl jun., der den Bezirk Niederbayern auf bayerischer Ebene im Fachausschuss für Umweltschutz und Fischerei des Bayerischen Bezirketags vertritt, hatte sich natürlich für den Besuch neben anderen Anlagen die in Eberhardsberg und Breitenberg ausgewählt, sind sie ihm doch auch als Kreisrat des Landkreises Passau ein Anliegen. Heisl wurde in Büchlberg begleitet von Bezirksrätin und Agrarexpertin Cornelia Wasner-Sommer und dem Leiter der Fischereifachberatung beim Bezirk Niederbayern Dr. Stephan Paintner. In Breitenberg wurde die Delegation von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich persönlich angeführt.

Seit 1986 gibt es die Teichgemeinschaft Eberhardsberg. „Lange hat die Genehmigung des Wasserrechts aus dem Haslbach gedauert, der vom Lichtenauer, dem Steinberg, her fliest“, erinnert sich Ernst Weichselsdorfer, der wie Alois Ranzinger noch von den Gründern übrig ist. Ludwig Mandl und Heinrich Öler vervollständigen das aktuelle Eigentümerquartett. Schnell war ein Fachgespräch in Gang gekommen, ist doch Josef Heisl jun. nicht nur politisch mit dem Fischereiwesen betraut sondern auch in seiner Freizeit ein engagierter Fischer und Naturfreund. Urlaub heißt für den 37-Jährigen zusammen mit Ehefrau Isabel und seiner Hündin „Lena“ Rückzug an ein Gewässer, vorzugsweise die Ilz und in der Natur beim Fischen und Beobachten der Fluß- und Uferbewohner ausspannen.

Über 1000 qm Forellenteich und 3200 qm Teichfläche für alles Übrige wie Karpfen und weitere Fische verfügt die Gemeinschaft. „Es ist immer noch mehr Hobby“, meint Weichselsdorfer, aber die Sache müsse sich zumindest auch finanziell tragen. Deshalb wird frischer Fisch aber auch geräucherter verkauft. Sorge bereiten den Teichwirten die Schädlinge wie Biber, Fischotter, Kormorane und Fischreiher. Sie machten baulich aufwändige Absicherungen um die Teiche notwendig. Auch diese Probleme den Bürgern nahe zu bringen, dafür sei diese Aktion da, erklärte Bezirksrat Josef Heisl. Die Bürger sollen sehen, was in den Teichanlagen geleistet werde.

Beim Biberproblem sei der Landkreis Passau ein Vorzeigelandkreis, meinte Heisl, jetzt wieder ganz Kreisrat. Auch Cornelia Wasner-Sommer, die ebenfalls dem Kreistag angehört, lobt die Ausgaben der öffentlichen Hand. Das seien schon sehr hohe Beträge in der Summe. Freilich kämen beim Geschädigten im Einzelnen nur kleinere Entschädigungen an. Die Bezirksrätin, die Vorsitzende des Fachbeirates am Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn ist, lobte die Vorkehrungen die hier getroffen wurden.

„Der Weg vom Fischei bis zum schmackhaften, küchenfertigen Fisch stellt an die Züchter hohe Anforderungen“, meint Dr. Stephan Paintner und attestiert den Fischern in den Anlagen umfangreiches Fachwissen. In den meisten Betrieben würden in sauberem Wasser Forellen oder Saiblinge gezüchtet. Sein Team arbeite eng mit dem Fischerzeugerring zusammen und berate Fischer und Teichwirte. Auch den Eberhardsbergern bescheinigte er eine sehr gut gelöste Absicherung der Fischzuchtanlage, die vor Schädlingen schützt. Doch so eine Einzäunung wie hier sei nicht überall möglich, einmal aus Kostengründen oder zum Anderen wegen der Ufergegebenheiten. Die Entnahmen von Schädlingen halten sich ohnehin in Grenzen.

Die besonderen Gäste waren es den Gastgebern schon Wert, Kostproben ihrer geräucherten Forellen, der Backfische oder Fischkrapferl zu reichen. Dafür gab es nicht nur von den Bezirksräten großes Lob, sondern auch von den vielen Gästen die sich den ganzen Tag über einfanden. Schon kurz nach Öffnung waren bereits über 20 Interessenten, darunter auch viele junge Leute in dieser Vorzeige-Anlage vertreten, informierten sich und ließen sich die schmackhaften Schmankerl aus Fischen schmecken.

Bild: Die Bezirksräte Cornelia Wasner-Sommer (2.v.li.) und Josef Heisl jun. (3.v.li.), sowie Dr. Stephan Paintner (7.v.li.) waren bei der Besichtigung der Fischzuchtanlage in Eberhardsberg in guter Gesellschaft und begleitet von den Eigentümern Ernst Weichselsdorfer (4.v.li.), Ludwig Mandl (5.v.li.) und Alois Ranzinger (8.v.li.).

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