Breites Spektrum an Aufgaben und Herausforderungen
„Strom und Wasser – beides Versorgungselemente, die für uns selbstverständlich aus der Steckdose und aus der Leitung kommen“, leitet MdL Josef Heisl in das Gespräch mit der Geschäftsführung der Stadtwerke in Passau ein. Dies sind sie jedoch keineswegs: Mit Matthias Wolf und Christian Bauer hat er sich zur breiten Themenpalette der Stadtwerke ausgetauscht und Versorgungsmodelle wie auch Optimierungskonzepte besprochen.
Foto (Stefanie Starke): (v. r.) MdL Josef Heisl im Austausch mit der Spitze der Stadtwerke Passau um Matthias Wolf und Christian Bauer.„Für all unsere Sparten gilt: Wir kümmern uns intensiv darum, die Kosten gering zu halten, gleichzeitig die Erlöse zu steigern, um das Gesamtkonstrukt des steuerlichen Querverbundes unseres SWP-Konzerns aufrecht zu halten – insgesamt keine einfache Aufgabe“, so Wolf. Strom Netz, Strom Vertrieb, Gas Netz, Gas Vertrieb, Wärmeversorgung, Trinkwasser, Löschwasser, Wasserkraft, Telepark Passau, Schifffahrtsländen, das PEB oder auch der Busverkehr oder die Parkhäuser – „wir sind breit aufgestellt; mit den unterschiedlichsten Herausforderungen, über alle Bereiche“, ergänzt Matthias Wolf. Seit gut einem Jahr sind die beiden Herren an der Spitze der Stadtwerke Passau und versuchen ein System aufzubauen, dass nachhaltig wirtschaftlich laufen kann. „Beim Bad sorgt jede kleinste Veränderung für eine große öffentliche Außenwirkung – das Thema ist sehr emotional besetzt. Das PEB sowie der ÖPNV erwirtschaften derzeit ein Defizit von rund 13 Millionen Euro. Allein deswegen besteht hier immer wieder Handlungsbedarf“, erläutert Bauer. Bei den Energiethemen stehe man im Zuge der Energiewende voll im Wettbewerb zu mittlerweile vielen Anbietern: „Die Kunden sind heut zu Tage einfach viel preissensibler. Dennoch können wir aufgrund unseres strategisch optimierten Energieeinkaufs unseren Kunden auch langfristig einen sehr guten und stabilen Preis bieten, aber natürlich werden die Margen für uns deutlich geringer, was unseren Handlungsspielraum insgesamt enger fasst.“
Die über 430 Mitarbeitenden des SWP-Konzerns sind unter anderem auch im Bereich ÖPN aktiv: Hier arbeiten die Stadtwerke Passau derzeit an einem Optimierungskonzept. „Dabei geht es uns vorrangig nicht um Kürzung oder Streichung, sondern vielmehr um eine kostenoptimierte Umstrukturierung. Aber Änderungen von Linien stoßen oft auf Unmut und Unverständnis beim Bürger“, erläutert Matthias Wolf. Daher setze man nun verstärkt auf Bürgerveranstaltungen, um die Menschen mitzunehmen und eine entsprechende Transparenz zu geplanten Vorhaben zu schaffen. „Wir räumen die aktuelle Struktur der Linienführung auf und können allein dadurch Kosteneinsparungen erwirken.“
Einen sehr hohen Stellenwert nimmt die Wasserversorgung und die entsprechende Infrastruktur der Stadtwerke Passau ein: „Bevor wir neue Busse anschaffen, fokussieren wir uns derzeit auf den Bau eines neuen Hochbehälters in der Nähe der JVA“, so die beiden Geschäftsführer. Landesweit würde für viele Wassernetze zwischenzeitlich der zweite Lebenszyklus eintreten – „das merken wir auch an der Zahl, der auftretenden Rohrbrüche. Hier stehen die nächsten Jahre massiv Investitionen an. Gleichzeitig wollen wir die Resilienz stärken, auch hier hilft uns der Hochbehälter“, so Christian Bauer. Auch die Wasserkraft gehöre zu den derzeitigen Baustellen. Überhaupt komme viel zusammen: Neben Sanierungsmaßnahmen beim Wassernetz, gelte es im Zuge der Energiewenden die Stromnetze weiter auszubauen, ebenso müsse man in Energiespeicher, Wärmepumpen und die Ladeinfrastruktur investieren. Parallel habe man mit den defizitären Sparten wie Bad und ÖPNV zu kämpfen.
„Die Stadtwerke bedienen ein breites Portfolio. Die Themenvielfalt ist beachtlich, ebenso jedoch die Herausforderungen“, weiß MdL Josef Heisl und dankt für den offenen Austausch. Hinsichtlich der Umstrukturierung des ÖPNV-Liniennetzes, beziehungsweise im Rahmen der Anschaffung neuer Elektrobusse hat der CSU-Landtagsabgeordneten weiter eine Auskunft zu unterschiedlichen Fördermodalitäten weitergegeben. „Wichtig ist, dass man im Austausch bleibt, auch um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen“, so Heisl abschließend.