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07.08.2026 | Stefanie Starke | Stadt Freyung

Schutzräume, Ausrüstung und die Resilienz der Gesellschaft

CSU-Landtagsabgeordnete Heisl und Dr. Ebner im Austausch mit dem Freyunger Bataillonskommandeur Oberstleutnant Dr. Tomuzia

Schon seit einiger Zeit steht für die beiden CSU-Landtagsabgeordneten Josef Heisl und Dr. Stefan Ebner ein Besuch der Kaserne in Freyung auf dem Plan. Da beide Abgeordneten den Landkreis Freyung-Grafenau betreuen – Ebner die Bereiche Freyung und Grafenau, Heisl den Bereich Waldkirchen – war es ihnen ein Anliegen, mehr über die Arbeit der Soldaten des Aufklärungsbataillons 8, zugehörig der Panzerbrigade 12, zu erfahren. 

Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, MdL Dr. Stefan Ebner und Bataillonskommandeur Dr. Dan Tomuzia.
Ebner ist Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags, Heisl Mitglied im Innenausschuss – beide sind auch Mitglied der Freunde und Förderer der Garnison Freyung e.V.. 
 
Die CSU-Abgeordneten sind in einen offenen und tiefreichenden Austausch mit Kommandeur Dr. Dan Tomuzia getreten. „Mit seinen Aufklärungsfähigkeiten trägt das Bataillon zur Informationsüberlegenheit der Panzerbrigade 12 bei“, erklärt der Kommandeur die grundlegende Aufgabe der über 400 Soldatinnen und Soldaten vor Ort gleich vorweg. Bei seinem Empfang der CSU-Landtagsabgeordneten sowie Karl Matschiner, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Garnison Freyung, im Offiziersheim der Kaserne stand zunächst der Allgemeine Austausch zur militärischen Arbeit und Ausrüstung im Vordergrund. „Das freigegebene Geld kommt an – am Soldaten und seiner persönlichen Ausrüstung, beim Verband und auch hinsichtlich der Infrastruktur“, so der Kommandeur. Die Gemengelage war hier vor einigen Jahren noch anders, die dauerhafte Ausstattung für Einsätze überschaubar, zwischenzeitlich sei der Verband jedoch richtig gut ausgestattet: „Jeder einzelne Soldat hat jetzt seine umfassende persönliche Ausrüstung und ist so aufgestellt, dass er umgehend in einen Auftrag verlegt werden könnte. Da sind wir richtig gut geworden“, so Dr. Tomuzia weiter, der in diesem Zusammenhang auch auf die neuen Waffen und den damit verbundenen neuen Aufbau von Schießübungen eingeht. Der Anstieg des Haushaltes spiegelt sich damit deutlich im Material wider. „Als Aufklärer stehen wir auch vor der Auslieferung unseres neuen Gefechtfahrzeuges in zwei bis drei Jahren.“
 
Der Fortschritt und das Aufbauen der Bundeswehr als solche stelle jede Kaserne vor ganz individuelle Herausforderungen: „Die Kaserne ist rein infrastrukturell am Limit. Die neuen Rekruten, die Basisausbildung, all das bringt unser Areal an seine Grenzen – und das trotz der ständig laufenden Investitionen“, so der Kommandeur. Pro Quartal kommen bis zu 60 neue Rekruten in die Kaserne. „Der personelle Aufwuchs funktioniert – da mache ich mir keine Sorgen. Aber wenn wir den Hebel umlegen müssen und in die Reserve greifen, hapert es an der Resilienz der Menschen. Wir brauchen nicht weiter über Schutzräume sprechen, wenn die gesellschaftliche Bereitschaft fehlt, sich gemeinschaftlich zu schützen“, so Dr. Tomuzia. Die Resilienz der Menschen müsse gestärkt werden – hier sieht der Kommandeur eine wesentliche Aufgabe der Politik. Insgesamt sei man auf einem guten Weg: „Mit dem Wehrdienst rufen wir die Streitkräfte wieder ins Gedächtnis der Menschen.“ MdL Josef Heisl verweist auf den hohen Stellenwert und die Bedeutung eines von der CSU angestrebten verpflichtenden Gesellschaftsjahres. „Dabei geht es nicht nur um die Bundeswehr. Schließlich muss man auch die Infrastruktur drumherum betrachten: Krankenhäuser, Pflege, Sozialdienst – die Gesellschaft braucht den Dienst am und für den Menschen“, ist der Jugendpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion überzeugt.
 
Im Zuge eines Gangs durch die Kaserne mit Blick auf die aktuell laufenden Neubau- und Erweiterungsmaßnahmen wurde auch nochmals visuell deutlich: Das Bundeswehrgesetz zeigt Wirkung. „Baumaßnahmen werden tatsächlich mit beeindruckender Geschwindigkeit vorangetrieben. Ein wichtiger Beitrag auch zur Stärkung des Standortes hier vor Ort“, stellt auch MdL Dr. Stefan Ebner fest.
 
Drohnen und KI statt Panzer?
 
Weiter hat die seit dem Jahr 2020 installierte Regionalausstellung über die Geschichte und das Wirken des Aufklärungsbataillons 8 höchst interessante und gleichermaßen bewegende Eindrücke gewährt. In der politischen Diskussion im Rahmen des Besuchs sind fortlaufend auch die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands, der Zustand der Truppe, die Stärkung der heimischen Rüstungsindustrie sowie die perspektivische Entwicklung der Bundeswehr in Zeiten von KI und Drohnen thematisiert worden – so stellte MdL Dr. Ebner abschließend die Frage in den Raum: „Wie viele Soldaten wird es in Zukunft noch auf dem Gefechtsfeld geben? Übernehmen stattdessen unbemannte Systeme, die KI-gesteuert sind?“ Eine Frage, die der Kommandeur zweifelsohne kommentiert: „Der Einfluss von Drohnen und KI ist zwischenzeitlich maßgeblich. Am Ende zählt im Gefecht jedoch immer noch das Bauchgefühl des gut ausgebildeten Soldaten – der Mensch, der Soldat macht den Unterschied und somit sind Ausbildung und Erfahrung ausschlaggebend.“ Abschließend dankte Dr. Dan Tomuzia abschließend für das große Interesse der CSU-Landtagsabgeordneten am Bundeswehrstandort Freyung.