"Die Konkurrenz im EU-Ausland macht uns zu schaffen. Kosten und Bürokratie sind dabei nicht unser Hauptproblem – es sind die staatlichen Auflagen und Rahmenbedingen, die unsere Produktionskosten nach oben schrauben und damit unseren Marktstellenwert schwierig machen“, erklärt Jürgen Haslbeck, einer der Geschäftsführer von Granit Zankl in Hauzenberg. Am Ende liege der Preis für Bayerischen Granit immer 20 bis 30 Prozent über dem Preisniveau von ausländischen Angeboten.
Foto (Stefanie Starke): (v. r.) MdL Josef Heisl, MdB Hans Koller, Werksinhaber Jürgen Haslbeck, Staatsminister Christian Bernreiter, Hauzenbergs dritter Bürgermeister Christoph Amsl und Bezirksrat Stephan Gawlik.
Bei einem Besuch von Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, der auf Einladung von MdL Josef Heisl in die Region gekommen war, hat der Granitwerks-Inhaber die großen Herausforderungen für die Branche geschildert. „Dabei geht es mir allgemein um den bayerischen Granit, nicht allein um mein Geschäft“, so Haslbeck. Es müsse wieder mehr Patriotismus im Bauwesen der heimischen Regionen gelebt werden. Gemeinsam mit den CSU-Mandatsträgern MdL Josef Heisl, MdB Hans Koller, Bezirksrat Stephan Gawlik und Hauzenbergs drittem Bürgermeister Christoph Amsl haben der Staatsminister und Jürgen Haslbeck eine Runde durch das Granitwerk gedreht und Einblick zum Abbau und den Arbeiten vor Ort im Schulerbruch erhalten. So wurde das Granitwerk in Hauzenberg bereits im Jahr 1948 gegründet. Zwischenzeitlich arbeiten jetzt 150 Köpfe im Sägewerk und den zehn Steinbrüchen. „In den zehn Abbaustätten wird nicht immer gleichzeitig gearbeitet, je nach Nachfrage der einzelnen Sorten“, erklärt Haslbeck. Weiter betreibe Granit Zankl ein eigenes Betonwerk mit weiteren 40 Angestellten. „Hell, gelb und grau – das sind die verschiedenen Materialien, die bei uns abgebaut werden. Gelb ist dabei weltweit nicht leicht zu finden. Gelb ist unsere Stärke“, erklärt der Werksgeschäftsführer weiter. Die Geschäftsbereiche von Granit Zankl stützen sich dabei auf die Fertigung von Grabmalen, Bauprodukte und Schottererzeugnisse. „Dabei ist der Schotter sozusagen unser Recycling-Produkt“, erklärt der Werksinhaber. Das Vorhaben von heimischem Granit sei dabei noch lange nicht erschöpft, der Abbaubestand zukunftssicher. „Mehr Steine als andere zu haben, ist durchaus beruhigend. Aber deswegen ist die derzeitige Situation dennoch angespannt für uns“, schildert Haslbeck weiter. Die Konkurrenz in Portugal, Spanien oder auch der Türkei könne im Zuge weniger Auflagen schlichtweg günstiger produzieren. „Bei Grabsteinen haben wir nicht das Problem, da arbeiten wir nach Auftragslage. Aber auf dem Bausektor, hier sind wir bis zu 30 Prozent teurer. Dazu kommt, dass wir Österreich mit unseren Granitsorten gar nicht beliefern können, weil die nur ihr eigenes Material einbauen – da kommt nichts anderes in die Fußgängerzonen.“ Das Granit-Unternehmen wünsche sich mehr Rückhalt für die heimische Produktion. „Bayerischen Granit in Bayern einbauen – warum denn nicht? Da machen wir am Ende alle nur plus“, ist Jürgen Haslbeck überzeugt und legt dem Staatminister bei dieser Gelegenheit einige Lösungsvorschläge auf den Tisch, wie beispielsweise einen Ausschreibemodus über Musterflächen. „Wir können den Gemeinden nicht vorschreiben, wie sie auszuschreiben haben“, so der bayerische Staatsminister. Dennoch sichert er dem Unternehmer zu, das Anliegen mit nach München zu nehmen und über den Bayerischen Städtetag sowie über den Gemeindetag ein entsprechendes Bewusstsein zu schaffen. „Granit ist ein witterungsbeständiges Naturprodukt und hält ein Leben lang. Durch kürzere Wege zum Verwendungsort können regionale Steinwerke aus Niederbayern den CO2-Fußabdruck des Materials im Vergleich zum Import deutlich reduzieren“, so Bernreiter.
„Das Anliegen ist absolut nachvollziehbar und daher ist es umso wertvoller, dass sich unser Staatsminister persönlich die Zeit nimmt, um sich von den Gegebenheiten vor Ort ein Bild zu machen“, dankt MdL Josef Heisl für den prompten Besuch von Christian Bernreiter in seinem Stimmkreis.