Ob die Rettung an Land, in der Luft, am Berg oder im Wasser, mittels Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk – die Integrierte Leitstelle (ILS) in Passau vereint die Rettungskoordination für sämtliche Lebenslagen. Sie ist sozusagen das Herzstück des nicht-polizeilichen Gefahrenabwehrsystems in der Region. „Für uns ist es sehr spannend zu sehen, wie die Leitstelle mit Großlagen umgeht. Dieser Beitritt ist sehr wertvoll für uns“, so von Kaufmann bei einem Gespräch in der Leitstelle Passau mit ZRF-Geschäftsführer Dieter Schlegl, ILS-Leitstellenleiter Sebastian Fehrenbach, Landrat Raimund Kneidinger als Zweckverbandsvertreter, MdL Josef Heisl und Ministerialrat Johannes Buchhauser.
Der Verband bayerischer Leitstellenbetreiber (vblb) vereint die Interessen aller integrierten Leitstellen in Bayern. „Wir stehen für Kooperation, Austausch und gemeinsame Standards, um den Betrieb von Feuerwehr- und Rettungsleitstellen kontinuierlich zu verbessern“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Marcell Garcia und formuliert anlässlich des Beitritts nochmals das übergeordnete Ziel der Verbandsstruktur: Es geht um die Sicherstellung der Qualität und Zukunftsfähigkeit der Leitstellenarbeit in ganz Bayern – „der Dialog mit der Politik, Behörden und Partnerorganisation nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein, wie man auch am Bespiel des Beitritts von Passau positiv feststellen kann“, verweist Garcia dabei auf das wertvolle Zutun von MdL Josef Heisl. So ist es seinem Engagement zu verdanken, dass der Beitritt der ILS Passau schließlich vollzogen wurde. „Wir sind katastrophenerprobt. Von uns kann man lernen und andere Leitstellen sicher profitieren“, ist Heisl überzeugt. Er dankt wiederum Landrat Raimund Kneidinger und Oberbürgermeister Jürgen Dupper für die Offenheit und positive Entscheidung gegenüber dem Verbands-Beitritt.
„Dieser Zusammenschluss und die Vernetzung mit anderen Leitstellen sind sehr sinnvoll“, betont Landrat Raimund Kneidinger in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands der ILS Passau.
Die Nummer 112 alarmiert und aktiviert sämtliche nötige Einsatzkräfte und -Mittel in Gefahrensituationen – die ILS übernimmt dann im Hintergrund die Disposition und Koordination der Einsätze. Dabei umfasst ihr Zuständigkeitsbereich die Stadt und den Landkreis Passau sowie die Landkreise Freyung-Grafenau und Rottal-Inn. „Die ILS ist für die Bürgerinnen und Bürger die 112. Hinter dieser Nummer steckt die Hilfe für Menschen in Notlagen“, so ZRF-Geschäftsleiter Dieter Schlegl.
Die gute, effiziente und innovative Arbeit der Leitstelle in Passau war zuletzt ausschlaggebend für das Interesse des Verbandes der bayerischen Leitstellenbetreiber (VbLb) an einer Zusammenarbeit mit der Leitstelle in Passau. „Dem Verband gehören Leitstellen verteilt über den gesamten Freistaat an. Uns war es ein großes Anliegen, dass auch Passau sein Wissen und die Expertise mit uns teilt und Mitglied im Verband wird“, erklärt Ministerialrat Johannes Buchhauser im Zuge des Ortstermins in Passau.
Das Thema des Verbandsbeitritts wurde innerhalb der ILS Passau immer wieder diskutiert. „Die Skepsis war auch darin begründet, dass im Verband über Themen entschieden wird, die man von Ort vielleicht ganz anders bewerten würde. Unsere ILS hat in der Vergangenheit Themen immer wieder richtig entschieden und Weichen gestellt“, so Landrat Raimund Kneidinger. Die Leitstellenlandschaft sei so vielfältig wie Bayern selbst, weswegen es den Beitritt zu einem landesweiten Verband abzuwägen galt – nun aber der positive Entschluss aus dem ILS-Zweckverband heraus.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) ZRF-Geschäftsleiter Dieter Schlegl, vblb-Vorstandsvorsitzen Florentin von Kaufmann, vblb-Geschäftsführer Marcell Garcia, MdL Josef Heisl, Landrat Raimund Kneidinger, Ministerialrat Johannes Buchhauser (Innenministerium) und ILS-Leitstellenleiter Sebastian Fehrenbach.